€VWL Mathe🇩🇰
Alle Themen

Kapitel 7.4 · Makroökonomie

Soziale Kosten der Inflation

Schuhsohlen-, Speisekarten-, Anpassungskosten, Steuerverzerrung und Umverteilung.

Formeln auf einen Blick

Reallohn-Entwicklung

Realzins (Gläubiger/Schuldner)

Zusammenfassung

1.Die Kosten im Überblick

Definition

  • Schuhsohlen-Kosten (shoeleather costs): Bargeld verliert bei Inflation Kaufkraft. Wirtschaftssubjekte halten weniger Kasse und wandeln öfter Anlagen in Bargeld – das kostet Zeit und Aufwand.
  • Speisekarten-Kosten (menu costs): Kosten häufigerer Preisänderungen der Unternehmen (Kalkulation, Kataloge, Preisschilder).
  • Variabilität der Preise und Fehlallokation: Hohe Inflation verzerrt relative Preise, dadurch fallen schlechtere Konsum- und Produktionsentscheidungen.
  • Inflationsbedingte Steuerverzerrungen: Bei Inflation steigt der Nominalzins, die Steuer auf Zinseinkommen verringert den Realzins nach Steuern stärker → Sparanreize sinken.
  • Anpassungskosten: Preise sind schlechter vergleichbar, die Kalkulation von Kosten und Erträgen wird erschwert.
  • Willkürliche Vermögensumverteilung (siehe unten).

2.Umverteilung durch Inflation

Satz · Lohn-Lag-Hypothese

Steigen die Nominallöhne langsamer als die Preise, sinken die Reallöhne: Arbeit wird billiger, Gewinne steigen → Umverteilung von Arbeit zu Kapital (von Arbeitnehmern zu Unternehmen).

Satz · Gläubiger-Schuldner-Hypothese

Steigt der Nominalzins weniger als die Inflationsrate, ist der Realzins negativ: Die Kaufkraft der Ersparnis sinkt, Schuldner müssen real weniger zurückzahlen → Umverteilung von Sparern (Gläubigern) zu Schuldnern.

Bemerkung · Gewinner und Verlierer

Gewinner: Schuldner, Unternehmen bei zurückbleibenden Löhnen, der Staat bei Schulden. Verlierer: Sparer, Empfänger fester Nominaleinkommen.

Beispiel · Schritt für Schritt

    Üben

    Impressum · Datenschutz